Hautschutz

Hautschutz fängt zuhause an!

Die gesunde Haut erfüllt lebenswichtige Barriere- und Schutzfunktionen und hat ein wirksames Reparatursystem gegen äußere Einflüsse und Schadstoffe. Werden die Regenerationsmechanismen der Haut jedoch zu stark strapaziert, so können Schutz- und Barrierefunktionen nur noch unzureichend erfüllt werden. Schadstoffe können eindringen und Hauterkrankungen hervorrufen. In diesem Zusammenhang stellt das Ekzem eine der häufigsten behandlungsbedürftigen Hauterkrankungen dar. Es handelt sich dabei um akut bis chronisch verlaufende entzündliche Reaktionen der Haut, die oft durch äußere (exogene) Faktoren hervorgerufen werden.

Das Hauptproblem liegt auf der Hand!

Die Hände werden beruflich besonders stark beansprucht. Berufsekzeme sind daher zu 90% Handekzeme. Es handelt sich meistens um Abnutzungsekzeme (subtoxisch-kumulative Kontaktekzeme). Diese entwickeln sich nach langfristiger Einwirkung von Stoffen oder Stoffgemischen mit zum Teil nur geringer hautschädigender Wirkung. Durch die chronische Reizung der Haut wird die Funktion der oberen Hautschichten jedoch beeinträchtigt. Bei stets neuen Reizungen summieren sich die Schäden, so dass diese oft erst lange nach Beginn des schädigenden Einflusses sichtbar werden. Gefördert wird die Entstehung eines Abnutzungsekzems zudem durch Feuchtigkeit, mechanische und thermische Einflüsse (Hitze, Kälte).

Angepasste Hautreinigung

Die Hautreinigung ist die Basis für die erfolgreiche Umsetzung von Hautschutzmaßnahmen! Hautschutz-, bzw. Hautpflegecremes können nur dann optimal wirken, wenn Verschmutzungen und Schadstoffe zuvor entfernt wurden.

Die Hautreinigung sollte möglichst schonend erfolgen und dem Verschmutzungsgrad angepasst sein. Die Haut darf durch das angewendete Präparat nicht zusätzlich ausgetrocknet oder sogar angegriffen werden. Wenn immer möglich sollte deshalb auf Produkte mit Reibe- oder Lösungsmitteln verzichtet werden. Vorteilhaft ist die Anwendung alkalifreier Syndets, da durch Auswahl milder waschaktiver Substanzen (z.B. Tenside auf Zuckerbasis) die Hautverträglichkeit optimiert und der pH-Wert auf die Haut eingestellt werden kann.

Spezifischer Hautschutz

Hautschutz bedeutet das Vermeiden des Hautkontaktes mit dem Schadstoff. Wenn das Tragen von Handschuhen nicht oder nur unzureichend möglich ist, sollte regelmäßig eine spezifische Hautschutzcreme verwendet werden.

Hautschutzpräparate können nicht generell gegen alle schädigenden Substanzen wirken (spezifischer Hautschutz). Zum Schutz der Haut vor Reinigungsmitteln dienen auch heute noch meistens wasserunlösliche, fettende Salben. Gerade diese Systeme werden jedoch aus Akzeptanzgründen oft nicht regelmäßig verwendet (Fettfilm, mangelndes Griffgefühl, Abdrücke). Um die konsequente Anwendung von Hautschutzpräparaten zu gewährleisten, spielt die Akzeptanz eine wichtige Rolle bei der Entwicklung moderner Hautschutzpräparate.

Regenerierende Hautpflege

Belastete Haut benötigt eine aktive Regeneration, um sich vor der Einwirkung von Schadstoffen zu erholen und die Barrierefunktion wieder herzustellen. Hautpflegepräparate erhöhen die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit der Haut.

Maßgeblich für die aktive Regenerationswirkung ist die sinnvolle Auswahl an Pflegekomponenten. Bewährt hat sich der Zusatz von Feuchthaltefaktoren. Diese erhöhen die Hautfeuchtigkeit und verstärken die Barrierewirkung. Zur Korrektur der Barriereschädigung - insbesondere bei der atopischen Haut - werden Omega-Fettsäuren, z.B. aus dem natürlichen Öl der Nachtkerzensamen - eingesetzt. Wie bei den Hautschutzpräparaten ist eine gute Akzeptanz des Pflegepräparates wesentlich für eine regelmäßige Anwendung.

Wer ist besonders gefährdet?

Abhängig von verschiedenen Berufsgruppen finden sich Handekzeme vor allem bei Arbeiten im Feuchtbereich, wie bei Hausfrauen, im Friseurhandwerk, in Reinigungs-, Heil- und Pflegeberufen. Betroffen sind vor allem Personen mit atopischer Veranlagung, da deren Haut ohnehin empfindlicher gegenüber äußeren Belastungen und in stärkerem Maße sensibel reagiert. Aber auch die nicht-vorbelastete, normale Haut ist gefährdet. Wenn die wiederholte äußere Belastung das Reparaturvermögen der Haut übersteigt, wird auch die normale Haut geschädigt.

Welche Substanzen können zu einem Handekzem führen?

Vor allem waschaktive Substanzen (Spül- und Reinigungsmittel, Seifen, Syndets), aber auch Desinfektionsmittel und Wasser selbst sind als Auslöser für Handekzeme in Beruf und Haushalt weit verbreitet. Bei ausgewählten Berufen erweitert sich das Spektrum um Lösungsmittel und spezielle Allergene, wie Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe bei Bäckern oder Haarfarben, Dauerwellen- und Fixiermittel im Friseurhandwerk.

Wie sieht ein Handekzem aus?

Erste Anzeichen für ein Abnutzungsekzem sind Hauttrockenheit, Rötung, Bläschen, kleine Einrisse, Brennen und zunehmender Juckreiz vor allem an den Hand- und Fingerrücken sowie den Unterarmen. Im späteren Stadium sind auch die Handinnenflächen betroffen.

Chronisch degeneratives Kontaktekzem

Wie können Schädigungen der Hände verhindert werden?

An erster Stelle steht das Vermeiden des Hautkontaktes mit dem Schadstoff, z.B. durch das Tragen von Handschuhen. Ist dies nicht oder nur unzureichend möglich, so sollten - auch wenn die Haut gesund ist - regelmäßig geeignete Hautschutzmaßnahmen ergriffen werden.

Wie werden Hautschutzmaßnahmen umgesetzt?

Vor der Anwendung einer Hautschutz- oder Pflegecreme muss die Haut gereinigt werden. Anschließend sollte die Haut sorgfältig - auch zwischen den Fingern - abgetrocknet werden.

Tragen Sie das Hautschutz- oder Pflegepräparat anschließend auf dem Handrücken auf. Reiben Sie zunächst Ihre Handrücken gegeneinander und massieren Sie das Präparat anschließend sorgfältig in die Hände ein. Vergessen Sie dabei nicht die Fingerspitzen, die Fingerzwischenräume und die Handgelenke.

Ihr Hautarzt kann allergische Ursachen von Handekzemen feststellen oder ausschließen. Er verordnet Ihnen geeignete wirkstoffhaltige Cremes und Salben und berät Sie bezüglich der für Ihre Haut geeigneten Pflege- und Reinigungsprodukte. Falls erforderlich, berät er Sie auch über entsprechende Maßnahmen am Arbeitsplatz.